GENOCHMARKT Übersicht
Übersicht

Der Genochmarkt

  • Der 1910 eingerichtete Genochmarkt befindet sich in Donaustadt,Wien 22. am Genochplatz, der im Norden, von der Erzherzog - Karl - Straße, im Westen von der Stadlauerstaße, im Süden vom Hausgrundweg und im Osten von einer unbenannten Straße ("Genochplatz") begrenzt wird.
  • Die Blockfläche beträgt etwa 2700 m². Davon entfällt etwa ein Drittel auf das ehemalige Stadlauer Volksbad ("Tröpferlbad"), indem sich die Firma SANAG (Orthopädietechnik) befand, die in Konkurs ging aber immer noch Grundbesitzer ist.Die Immobilie wird nicht genutzt und steht zum Verkauf.
  • Der verbleibende Marktbereich ist etwa 1900 m² groß und gehört der Stadt Wien (EZ 991, Gst 520/12, öffentliches Gut).
  • Der Genochmarkt besteht aus sechs Marktobjekten mit 13 Ständen (Nutzungseinheiten).
  • Zwischen den Objekten und dem ehemaligen Volksbad gibt es eine kleine Freifläche für temporäre Stände.
  • MIK Am Genochmarkt

    Wie viele andere Detailmärkte in Wien konnte auch der Genochmarkt in Stadlau/Wien 22 seine Stellung als wichtige Nahversorgungsquelle für die Bewohner des Umfeldes nicht behaupten - die Marktstände wechselten häufig den Betreiber, und mussten früher oder später wegen mangelnden Zulaufs schließen. Verfall und Leerstand prägen das Bild am Genochplatz seit mittlerweile 15 Jahren.
    Der Kulturverein MIK - Mission Ignition Kagran, eine Gruppe junger KünstlerInnen starten in Kooperation mit der Bezirksvorstehung Donaustadt, der WienHolding, der Projektkoordination für Mehrfachnutzung, MA 18 und der MA59 - Marktamt ein Revitalisierungsprojekt. 8 Marktstände wurden für eine "künstlerische Zwischennutzung" freigegeben. Das Ziel der Intervention ist keine Nutzung der Räume als Privat-Ateliers einzelner KünstlerInnen, sondern eine Aufwertung des Stadtteils, der eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum Genochplatz zugrunde liegt.

    Wozu eine Intervention am Genochmarkt?

  • zur Lebensraumverbesserung- und Aufwertung; über das soziale Kapital von Kunst (durch Intervention und Partizipation) soll das Image des Gebiets aufgewertet werden.
  • Zur Stärkung von Identität, Ausformung einer kulturellen Identität des Bezirks/des Stadtteils
  • Zur Erregung größerer Aufmerksamkeit für das Gebiet, durch vermehrte Medienberichterstattung
  • Zur Schaffung sozialer Räume in einem Umfeld, das soziale Qualitäten verloren hat.
  • Zur Verbesserung von Kommunikation und Vernetzung lokaler Institutionen, Geschäftsleuten und AnrainerInnen mit überregionalen Institutionen und Personen
  • Zur Aktivierung von KünstlerInnen zu autonomen Projekten und Austausch der KünstlerInnen untereinander sowie mit dem öffentlichen Publikum
  • Zur allgemeinen Aktivierung von Menschen
  • Zur Erhebung von Wünschen und Visionen
  • Zur Stärkung der Sensibilisierung und Aufmerksamkeit auf die gesellschaftspolitischen Aspekte des Gebiets (wie z.B. Geschäftssterben, Wohnsituation, Generationenkonflikte, mangelndes Angebot an kulturellem Geschehen im Stadtteil etc.)
  • Zur sinnvollen Nutzung eines leerstehenden Objekts und (Rück)Gewinnung eines öffentlichen Raums, der weder durch private, noch durch politische noch durch kommerzielle Interessen instrumentalisiert werden soll.
  • Zur Schaffung eines kommunikativen Freiraums, in dem ein Treffen heterogener Nutzergruppen und Aufhalten der Bevölkerung ohne gleichzeitigen Konsumzwang möglich ist.
  • Als Ergänzung und Bereicherung des kulturellen Geschehens im Bezirk und als Maßnahme, dem Image „Kultur-wüste Donaustadt“ entgegen zu wirken.
  • Zur Erreichung der Entwicklungsziele des Bezirks
  • Ziele des Leitbildes Donaustadt

    Das Projekt Genochmarkt kommt einigen bedeutenden Entwicklungszielen im Bereich Kultur, Bildung und soziale Einrichtungen des 22. Bezirks entgegen, an deren Umsetzung sich der Verein MIK beteiligen möchte: (entnommen aus: Stadtplanung Wien, Leitprogramm. Das Leitbild Donaustadt. 1998. Hrsg. Magistratsabteilung 21C – Stadtteilplanung und Flächennutzung Nordost)

    „Kultur mit Bewohner/INNEn: Nicht nur in neuen Siedlungsstrukturen, auch in manchen der schon lange besiedelten Bereiche müssen erst die (räumlichen und organisatorischen) Vorraussetzungen für kulturelle Aktivitäten geschaffen werden.

    Dabei geht es nicht nur um das Anbieten von „Kultur“ in den Wohnbereichen (die am ehesten als konsumierbare Mischung von Populär- und Hochkultur und mit lokalem und aktuellem Bezug Chancen hat). Es geht im besonderen um eigene kulturelle Aktivitäten und Initiativen der BewohnerInnen, die sich allerdings nur bei einem entsprechendem „Klima“ im Wohngebiet entwickeln können und die oft der Anregung, Unterstützung und Koordination (z.B. durch dezentrale „Kulturbüros“) sowie geeigneter Räumlichkeiten (z.B. im Erdgeschoss der Wohngebäude) bedürfen.“ (S.18)