07 Suburb Safari
Suburb Safari

Im Juni 07 wurde das von MIK eingereichte Projekt "Suburb Safari" Teil der Festwochen-Aktion
Mis-Guide – Stadtverführungen in Wien


Eine Kooperation der Wiener Festwochen mit dem TQW
11. bis 30. Juni 2007

Karten und Information:
Tanzquartier Wien, Mo-Sa 10-19 Uhr, So 10-18 Uhr, Tel. +43-1-581 35 91, www.tqw.at

Lassen Sie sich verführen!

Wien lädt besonders in der warmen Jahreszeit wieder zum Spazieren und Flanieren ein. Doch den urbanen Schlenderer zeichnet nicht nur das Genießen aus, sondern auch die Neugierde, das erneute Entdecken von scheinbar Bekanntem und Alltäglichem. Das britische KünstlerInnenkollektiv Wrights & Sites hat dieses bewusste Stadtwandern als humorvoll-subversive Antwort auf Tourismus und Kulturindustrie zur Kunst erhoben und daraus das Konzept Mis-Guide, frei übersetzt mit Stadtverführungen, entwickelt und bereits in mehreren europäischen Städten mit großer Resonanz durchgeführt.

Eine ExpertInnenjury aus Soziologie und Urbanistik (Anette Baldauf), Kulturphilosophie und -anthropologie (Herbert Lachmayer), Komposition und Musik (Bernhard Lang) und Architektur (Bärbel Müller) wählte aus 140 von WienerInnen und WienkennerInnen eingereichten Mis-Guide-Ideen sechzehn Projekte aus, die von Wrights & Sites bis zu ihrer dreiwöchigen Umsetzung begleitet wurden und nun im gesamten Stadtraum stattfinden.

Wir wünschen Ihnen viele überraschende und spannende Entdeckungsreisen an bekannte und unbekannte Orte in Wien.

Wrights & Sites is a group of artist-researchers with a special relationship to site, city/landscape and walking.
Stephen Hodge, Phil Smith, Simon Persighetti und Cathy Turner aus Exeter/England, arbeiteten ursprünglich an Site-spezifischen Performances, bis sie ihr gemeinsames Faible für Kartografie, Geografie, Stadtentwicklung und Landschaftsplanung entdeckten. Ihre Anleitungen zu ungewöhnlichen Stadttouren sind in den Mis-Guide-Reiseführern A Mis-Guide to Exeter (2003), A Courtauld Mis-Guide (2003) und A Mis-Guide to Anywhere (2006) nachzulesen.

www.mis-guide.com

Eröffnung
Mo 11. Juni 19.30 h, Tanzquartier Wien / Studios

Vorschau auf alle Mis-Guide-Touren durch Wrights & Sites und Vortrag des Philosophen und Vorstandes des Da Ponte Instituts Herbert Lachmayer, zum Thema Walking and Talking into Existence.

Auf unterhaltsame Art und Weise stellen Wrights & Sites ihr Mis-Guide-Konzept sowie alle Wien-Touren vor. Herbert Lachmayer spricht über Urban Staging, die Stadtinszenierung als Bühne, von unserer von Geheimnislosigkeit bedrohten Aufmerksamkeit und darüber, wie wir wieder in der Gegenwart ankommen können und dafür mit der Plötzlichkeit von Genuss und Glück belohnt werden.

Wiener Mis-Guide Touren:

1. 5minute revolutions
2. Auswege aus Wien
3. detourism. A-1210 Leopoldau
4. Die Stadt gehört Dir!
5. Die Zone
6. First Listen Up – Decolonising Vienna Tour
7. Follow me, Hold this
8. Guided by Accident
9. Hüttenzauber
10. Lean Against the City
11. Lehmanns Adressen
12. Letzte Orte
13. mood.routes
14. Real Crime Walk
15. Soundwalk
16. Suburb Safari

16. Suburb Safari (Zurück zur Übersicht)
oder: Wer findet die Bergziege?

KagranKollektiv (A)
Patrick Golkowsky, Helmut Preis und Stefanie Sandhäugl

Fr 15. und Fr 22. Juni 16.00 h
Ort: Transdanubien
Treffpunkt: Eingang Mülldeponie, Rautenweg 83, 1220 Wien
Ende ca. 20.00 h
Tickets nur erhältlich in den Tanzquartier Wien / Studios.
Wanderbekleidung und gutes Schuhwerk erforderlich.

In den weitläufigen Steppen der Wiener Vororte existiert ein anderes Land: das Königreich des Mülls. Kaum ein Wiener oder eine Wienerin aus den Innenstadtbezirken überquert freiwillig die Donau - aber deren Müll tut es und formiert sich dort zu fast alpinen Bergketten. In den 60er Jahren protestierten AnwohnerInnen gegen die Mülldeponie Rautenweg, sie befürchteten die Lagerung von Giftmüll. Als Gegenbeweis wurde dort die Pinzgauer Bergziege angesiedelt, die sich seitdem prächtig entwickelt. Du wirst als SafariteilnehmerIn auf eine Abenteuerreise zum „Bergziegensafaripark Donaustadt“ gehen, um dort die transdanubische Bergziege und ihr natürliches Habitat zwischen den ungewollten Dingen der WienerInnen zu sichten. Erfrischungen und Souvenirs in der Safarilodge all-inclusive.

Auschnitt Bericht METRO PulsTV vom 11.06.2007

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Deponie Rautenweg

Text+Bild: Wien am 28. April 2007,Magistrat der Stadt Wien,Magistratsabteilung 48, Abfallwirtschaft www.abfall.wien.at

Die Deponie Rautenweg ist mit 14 Millionen m³ genehmigtem Schüttvolumen die größte Deponie Österreichs. Abgelagert werden einerseits aufbereitete Rückstände aus den Wiener Müllverbrennungsanlagen (etwa 150.000 Tonnen pro Jahr, entspricht 70 % der deponierten Abfallmenge), andererseits Sperrmüll und Restmüll aus Wiener Haushalten, der bis zur Inbetriebnahme der neuen MVA Pfaffenau (bis 2008) noch deponiert werden muss.
Bereiche des Deponiegeländes, die aktuell nicht geschüttet werden, stehen als Flächen für Zwischenlager und Aufbereitungsanlagen zur Verfügung. Abfälle aus Aufbereitungsanlagen und Zwischenlager verlassen wieder den Standort.
Die Deponie Rautenweg hat sich somit in den letzten Jahren zu einer Drehscheibe der Wiener Abfallwirtschaft entwickelt.

Die Deponie Rautenweg befindet sich im Norden Wiens, etwa 10 km nördlich des Stadtzentrums, und ist die einzige kommunale Deponie Wiens.
Das trapezförmige Areal umfasst eine Fläche von etwa 58 ha und besteht als Deponie seit den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts. Ursprünglich wurde der Standort als Schottergrube genutzt, die erste behördliche Bewilligung als Nutzung des Standortes für die Ablagerung von Abfällen erfolgte am 14. März 1966 durch die Wasserrechtsbehörde.

20 Jahre danach, im Juni 1986, erfolgte der Spatenstich für einen Meilenstein in der Geschichte der Deponie:
Die Sicherung des Standortes mit dem Wiener Dichtwandkammersystem:
Entlang der Grundgrenzen wurde die Deponie durch zwei Dichtwände im Abstand von 8 m voneinander umschlossen, wobei beide Dichtwände in den Grundwasserstauer eingebunden wurden und dadurch eine Trennung des Grundwassers innerhalb des Deponiekörpers vom umliegenden Grundwasserkörper erfolgte.
Durch Verbinden der beiden Dichtwände durch 49 Querschote erfolgte eine Unterteilung des Bereiches zwischen den beiden Dichtwänden in insgesamt 49 Dichtwandkammern, jede dieser Dichtwandkammer wird jährlich auf Dichtheit überprüft. Weiters wird durch Abpumpen von Wasser aus dem Deponiekörper ein hydraulisches Gefälle von außerhalb des Deponiekörpers nach innerhalb des Deponiekörpers erzeugt. Dieses abgepumpte Wasser wird in das Kanalsystem eingeleitet und in der Kläranlage der EbS gereinigt.
Durch diese Maßnahmen wird gewährleistet, dass Wasser aus der Deponie nicht unkontrolliert in die Umgebung austreten kann. Die durch die Errichtung der Dichtwände hervorgerufenen Grundwasserspiegelveränderungen außerhalb der Deponie werden durch ein System von Ausgleichsförderbrunnen im Grundwasser-Oberstrom und Ausgleichsschluckbrunnen im Grundwasser-Unterstrom ausgeglichen. Es werden dadurch die natürlichen Grundwasserströmungsverhältnisse wieder hergestellt.
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Weiters ist die Deponie mit einer aktiven Entgasungsanlage (bestehend aus 194 Gasbrunnen, Gassammelleitungen, Gasverdichterstation) ausgestattet. Das gewonnene Deponiegas wird einer privaten Firma zur Stromerzeugung übergeben, und von dieser in das Netz der Wien Strom eingespeist.
Im Jahr 2006 konnten so etwa 4.000 Wiener Haushalte mit Strom versorgt werden!

Das behördlich genehmigte Deponievolumen beträgt 14 Millionen m³. Damit ist die Deponie Rautenweg die größte Deponie Österreichs.
Das noch freie Deponievolumen beträgt derzeit 3 Millionen m³.

Die genehmigte Endhöhe beträgt 205 m ü.A., das entspricht 45 m über Straßenniveau Rautenweg. Damit ist die Deponie Rautenweg die höchste Erhebung des 22. Bezirkes.

Rechtlich betrachtet ist die Deponie Rautenweg eine Massenabfalldeponie (nach Inkrafttreten der neuen Deponieverordnung: eine Reststoffdeponie) ohne Unterteilung in Kompartimente.

Die Hauptablagerungsmenge sind verfestigte Verbrennungsrückstände aus den Wiener Müllverbrennungsanlagen, 2006 betrug der Anteil der verfestigten Schlacken an der Gesamtablagerungsmenge etwa 70 %. Hausmüll, Sperrmüll und ähnliche Abfälle mit organischem Anteil werden derzeit noch deponiert, spätestens mit Vollinbetriebnahme der MVA Pfaffenau wird dieses Kapitel der Vergangenheit angehören.

Da nur auf einem kleinen Teil des Areals tatsächlich geschüttet wird, werden große Flächen des Deponiegeländes als Flächen für Zwischenlager oder für Aufbereitungsanlagen genutzt:
Zwischenlager für Bauschutt, Sperrmüll geshreddert, Holz, Streusplitt, Hausmüll (Leichtfraktion von der ABA) balliert, Straßenkehricht.
Folgende Anlagen können auf der Deponie betrieben werden: Streusplittaufbereitungsanlage, Fensterentglasungsanlage, Shredder für Sperrmüll, Brecher für Baurestmassen, Schlamm- und Sandfangaufbereitungsanlage, Sperrmüllumladestation.

Jährlich werden auf dem Deponiegelände weit über 100.000 Tonnen Abfälle aus Wien zwischengelagert oder behandelt und verlassen wieder den Standort. Durch die Behandlung erfolgt eine wesentliche Reduktion der zu deponierenden Abfallmengen.

Der Flächenbedarf für die Zwischenlager und Behandlungsanlagen beträgt etwa 20 ha - eine Fläche, die - auf einem anderen Standort - sonst erst aufgeschlossen und versiegelt werden müsste. Im Sinne des Flächenrecyclings und des vorbeugenden Bodenschutzes und der Ressourcenschonung wird hier also vorbeugender Umweltschutz betrieben.

Der Standort Rautenweg mit der Deponie, den Zwischenlagern und Aufbereitungs-anlagen hat sich zu einem wesentlichen Umschlagplatz der Wiener Abfallwirtschaft entwickelt.

Die Deponie ist mittlerweile zahlreichen Tieren neue Heimat geworden.
Das prominenteste Beispiel ist die Pinzgauer Bergziege, eine in Österreich vom Aussterben bedrohte Tierart.
Vor mehr als 10 Jahren wurden die Ziegen von einer Tierärztin auf der Deponie Rautenweg angesiedelt und springen seither vergnügt auf dem Deponiegelände herum. Inzwischen haben sich die Ziegen vermehrt, 120 junge Ziegen konnten wieder in ihrer natürlichen Umgebung ausgesetzt werden.

Auf der Deponie Rautenweg hat sich mittlerweile auch die Haubenlerche (Galerida cristata), eine gemäß Wiener Naturschutzgesetz streng geschützte (prioritär bedeutend) Art mit Lebensraumschutz im gesamten Stadtgebiet, angesiedelt.

Die größte Deponie Österreichs und gleichzeitig ein Lebensraum für vom Aussterben bedrohte Tiere - Wien ist eben anders!